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Kaillera? Was zum Teufel ist Kaillera?!?

Lang ists her, das die ersten zaghaften Versuche von einigen Freaks die ersten Emulatoren hervorbrachten, mit denen eine Hardwareplattform in der Lage ist, Software einer anderen abzuspielen. WÀhrend die ersten Versionen oft nur aufpolierte Fakes waren, ist die Emulatorszene mittlerweile an einem Punkt angekommen, wo nahezu alle Systeme vergangener Tage auf dem PC emuliert werden können.

Eine "Kleinigkeit" fehlte jedoch fast immer; in Zeiten, in denen das Internet eine Stellung einnimmt, von der die Pioniere der Szene nur getrĂ€umt haben mögen, sollte ein Emulator in der Lage sein, den Mehrspielermodus ĂŒbers Internet zu realisieren. Der erste mehr oder weniger erfolgreiche Versuch war ein NES-Emulator, der auf klassische Weise durch direkte Eingabe von IP-Adressen den Kontakt mit dem anderen Spieler suchte. Der Nachteil gegenĂŒber Diensten wie Kali oder battle.net war offensichtlich - man mußte sich vorher zu einem Spiel verabreden, ein Treffen auf einer Art zentralem Server gab es nicht.

Andere Lösungen waren schwer vorstellbar - die Emulatorprogrammierer bewegten sich schließlich ĂŒblicherweise in einer rechtlichen Grauzone, was eine Vermarktung ihres Werks verhinderte, und somit die Entwicklung von aufwendigen und teuren Netzapplikationen. Diese LĂŒcke wurde jetzt geschlossen; das Zauberwort heisst Kaillera.

Was ist Kaillera? Kaillera besteht grundsĂ€tzlich aus zwei Komponenten; dem Server und dem Client, deren Entwicklung im Wesentlichen (und aus guten GrĂŒnden nicht Open-Source) von einem Mann abhĂ€ngt: Christophe Thibault. Der Grundgedanke ist simpel; statt jedem Emulator ein eigenes Netzmodul zu verpassen, stellt Kaillera jedem Entwickler nur die Bibliotheken zur VerfĂŒgung, die dieser in seinen bereits vorhandenen Emulatorcode einbauen muß. Dadurch vereinfacht Kaillera dem EmuEntwickler die Erstellung von Netzcode, gleichzeitig sind alle Benutzer des Emulators in der Lage, auf einen Typ Server zuzugreifen - den Kaillera-Server.

Folgende Emulatoren benutzen bereits den Kaillera-Code:
- MAME32
- MAMELang32+
- Bliss
- NESten
- Jnes
- WinUAE
- Nemu64
- Modeler
- Gens

Besonders interessant fĂŒr den Sega-Fan sind die letzten beiden Emulatoren; emulieren sie doch schließlich Sega System-32 ROMs (Modeler) und MegaDrive (Gens)! PopulĂ€rster Emulator aus der Reihe ist und bleibt aber natĂŒrlich die MAME-Reihe.

Nach dem Start des Emulators und der Aufruf der Netplay-Funktion begrĂŒĂŸt den geneigten Benutzer also folgendes Fenster:



... aus dem heraus wir natĂŒrlich den ersten Server herauswĂ€hlen ;-)

Ernsthaft sollte man bei der Wahl des Servers vor allen Dingen auf einen niedrigen Ping-Wert achten (dies ist die Zeit in Milisekunden, die ein Datenpaket von eurem PC zum Server und wieder zurĂŒckbraucht), da nur so ein flĂŒssiges Spiel möglich ist - dazu spĂ€ter mehr. Außerdem sollten sich möglichst natĂŒrlich schon ein paar Leute auf dem Server befinden, denn um mit euch selbst zu spielen, braucht Ihr keinen Server :)


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Kaillera Netplay
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